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Alt 03.12.2009, 00:49   #46 (permalink)
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im MEDIEVAL ISLAMIC CIVILIZATION steht noch:

"Froma perspective of historical
linguistics, however, these languages can be divided
into Kurdish proper on the one hand and Gurani and
Zazaki on the other. The latter two languages derive
from a different Old Iranian dialect than does Kurdish.
The oft-heard assertion that Kurdish derives from ancientMedian
is not borne out by the available data.

...

Zazaki is spoken in eastern Anatolia in the triangle
formed by Diyarbakir, Sivas, and Erzurum.
...
Except in discussions of historical linguistics,
speakers of the Gurani and Zazaki languages are
generally regarded as Kurds.
"

In
Aleviten aus der Türkei in Deutschland und Bektashi in Albanien -
Zwei Beispiele für multiple ethnische und religiöse Identitäten
von Frank Kressing
(Ich glaube online einsehbar)

steht:

"Noch komplexer und komplizierter gestaltet sich das ethnisch-religiöse Geflecht im Falle er
Zazakis: Bei dieser weder in der Türkei noch hierzulande im öffentlichen Bewusstsein präsenten
ethnisch-linguistischen Gruppe handelt es sich um Sprecher einer dem Kurdischen verwandten
iranischen Sprache,37 welche in der historischen Region Dersim um das heutige Tunceli
herum im nördlichen Kurdistan siedeln. Teile der Zazaki nehmen für sich in Anspruch,
eine eigene Ethnie abseits der Kurden darzustellen38 – bei extremen Gruppen verknüpft mit
der Forderung nach einer eigenen territorialen Einheit in Form eines „Alevistans“. Die Ambivalenz
gleichzeitiger alevitischer, kurdischer und Zaza-Identität soll hier im folgenden anhand
eines längeren Zitats von Ruth Mandel veranschaulicht werden:39
„One such claimant with whom I spoke has been active in Kurdish plitical organizations, but at times has
candidly expressed an ambivalence about his Kurdish and Alevi identities. ‚Yes‘, he admits, he feels he
should support an independent Kurdistan – but indicates he has reservations. He has felt excluded and
discriminated against while working with some Kurdish (predominantly Sunni) groups. His wife, lacking
his ambivalence, later confided that she believes that should a self-dertermining Kurdistan ever be realized,
the first action the majority Sunni Kurds would take would be to annihilate the Alevi minority. Alevi
8
monolingual Zaza-speakers often refer to Kurmanci-speaking Sunnis as ‚Kurds‘ or ‚Muslims‘ and to
themselves as ‚Alevis‘. Yet the same person who makes the distinction at times might refer to her own
language as Kurdish.
Although a one-to-one correlation does not exist between Zaza and Alevi, and Kurmanci and Sunni
(Alevis of some regions speak Kurmanci and some Sunnis speak Zaza), one Alevi extremist group, publishing
a journnal entitled Kizil Yol [sic!],40 advocates the establishment of an autonomous nation ‚Alevistan‘
with Zaza, or Dersimce, being the national language. Surely most Alevis would not support such a
nationalist expression or movement – as one informant explained: ‚Alevilik is not millet‘ (nationality,
ethnicity) – and the publishers of Kizil Yol cannot be considered representative of Alevis in general or
particula, the notion of ‚Alevistan‘ is a powerful one, and carries with it fascinating and suggestive connotations.
Such an expression symbolizes the mergence of a sense of a discrete Alevi identity undergoing
a transformation in the migrant diaspora, patterning iself on Kurdish seperatism, and influenced by the
discourse of western nationalisms.“
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Geändert von lynxxx (03.12.2009 um 00:53 Uhr)
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Manzikert (03.12.2009)
Alt 03.12.2009, 00:58   #47 (permalink)
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In der Dissertation (welche Note er bekommen hat weiß ich nicht... : Kurdischer Nationsbildungsprozess. –Beginn und Verlauf der kurdischen Nationsbildung in der Türkei
[Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar. ]
steht:

"Martin van Bruinessen hebt hingegen hervor, dass innerhalb der zâzâ-sprechenden Bevölkerung ein Zâzâ-Nationalismus im Entstehen begriffen ist. Wie weit der Zâzâ-Nationalismus gediehen ist, lässt sich gegenwärtig nicht näher beschreiben.125 Es scheint gegenwärtig, dass sich die meisten Mitglieder der Zâzâ-Gesellschaft zum kurdischen Nationalismus bekennen...
....
Die Zâzâ, die von kurdischen Nationalisten als Kurden benannt werden und auch von sich
selbst – vorläufig noch – als Kurden sprechen, haben ihr traditionelles Siedlungsgebiet in der Türkei. Das Siedlungsgebiet umfasst die Regionen Diyarbakır, Sivas und Erzurum.127 Sie hatten bis in die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts keine schriftliche Literatur hervorgebracht. Die Verschriftlichung der Zâzâ-Sprache erfolgte durch die Mithilfe der westlichen Wissenschaftler.128 Die Zâzâ hat eine sprachliche Nähe zu der Gorânî. Sie findet ihre Verbreitung nur noch in Iran und ist im Begriff auszusterben.

...
10.2.1 Die Zâzâ-Sprachgemeinschaft
Wie bereits im zweiten Kapitel ausgeführt, ist die Zâzâ-Sprache wissenschaftlich betrachtet kein Dialekt der kurdischen Sprache. Obwohl die Zâzâ-Sprache kein Dialekt der kurdischen Sprache ist, kann man die Beobachtung machen, dass Viele – scheinbar die Mehrheit - der Zâzâ-sprechenden sich zu einer formierenden kurdischen Nation bekennen.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte, die mit der Verschriftlichung der Zâzâ-Sprache einherging, begann eine Desintegration der Zâzâ-Sprechenden aus der kurdischen Nationsbildung. Der Hintergrund der Desintegration lag unter anderem in der Weigerung gewisser kurdischer Kreise, die Zâzâ-Sprache als eine dritte gleichwertige Sprache des Kurdischen neben der Kurmancî und Soranî anzuerkennen. Diese ablehnende Haltung der kurdischen Nationalisten zeigte sich offen als 1983 in der Zeitschrift Hêvî / Hîwa ein kleiner Abschnitt für die Zâzâ-Sprache reserviert wurde. Es kam zu heftigen negativen Reaktionen gewisser kurdischer Kreise. Die kurdischen Nationalisten hatten sich mit zwei kurdischen Sprachen – Kurmancî und Soranî – abgefunden, aber eine dritte Sprache, die vor Kurzem nicht einmal eine Schrift entwickelt hatte, wurde abgelehnt. Die kurdischen Nationalisten mit Kurmancî- und Soranî-Hintergrund lehnten eine dritte gleichberechtigte kurdische Sprache ab. Viele zâzâ-
227
sprechenden kurdischen Nationalisten wandten sich daher verbittert von der kurdischen Nationsbildung ab und gingen einen eigenen nationalen Weg.729
Zum anderen liegt diese Desintegration auch im Wunsch der zâzâ-sprechenden Intellektuellen begründet, die eigene gelebte Sprache und Kultur in eine höhere abstrakte Ebene zu überführen und zu erhalten. Gewisse zâzâ-sprechenden Intellektuelle sind nicht mehr bereit zu akzeptieren, dass ihre Gesellschaft von den kurdischen Nationalisten vereinnahmt wird. Gegen Ende der 1980er Jahre erschienen explizit Zeitschriften der Zâzâ-Sprechenden, die auf zâzâ, türkisch, deutsch und englisch verfasst wurden. Kurdisch und Kurdistan tauchten nur noch als etwas Fremdes auf. Einige dieser Zeitschriften sind z. B. „Ayre“, die 1987 durch die Zeitschrift „Piya“ ersetzt wurde. 1994 wurde die Zeitschrift „Selcan“ herausgegeben.730 Die bedeutendsten Zeitschriften scheinen „Ware“, „Desmala Sure / Vemgê Dêsimi“ (Rote Fahne / Stimme Dersims), „Dersim“ und „Tija Sodiri“ (die Sonne des Morgens) zu sein. Diese Zeitschriften erscheinen in unregelmäßigen Abständen. Die Herausgeber dieser Zeitschriften sehen sich gefordert, der Verleugnung ihrer Sprache und Kultur Einhalt zu gebieten. Die zâzâ-sprechenden Intellektuellen prangern die Vereinnahmung und Verleugnung ihrer Gesellschaft durch die kurdischen und auch durch die türkischen Nationalisten an. Sie sehen sich als ein eigenständiges Volk an.731 Zu der Zeit, als Bruinessen über die innerkurdischen Ethnizität schrieb, existierte noch keine organisierte Nationalbewegung der Zâzâ-Sprechenden.732 1997 traten die Herausgeber der Desmala Sure als „Partiya Sosyalista Dersimi“ (Sozialistische Partei Dersim) in die Öffentlichkeit.733 Ob es sich dabei um eine ausgereifte Nationalbewegung handelt, lässt sich gegenwärtig nicht sagen.
..."
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Manzikert (03.12.2009)
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in : Hakan Özoglu: Kurdish Notables and the Ottoman State. Evolving Identities, Competing Loyalties, and Shifting Boundaries.
State University of New York Press 2004.

steht:

"Interestingly, the Zaza speakers, one of the
sublinguistic groups whose Kurdishness is hotly debated at the present, are not included in his list."

"Although Evliya [Celebi] states that twelve dialects (lisan) exist, his list includes
sixteen.57 Clearly, some of these designations are tribal, not linguistic,
and it seems that Evliya uses the term lisan arbitrarily. It should not be surprising
that Evliya confuses tribal names with dialects, for he did not have
knowledge of any of the Kurdish dialects. Therefore, he must have come to
his conclusion based upon what he heard while traveling the region. The sig-
34 Kurdish Notables and the Ottoman State
nificance of this list is that Evliya, unlike Ahmed-i Hani, makes it very clear
that the Zaza speakers are a part of the Kurdish society. If Evliya’s Zazas are
not an entirely different people than those of the present, then his categorization
becomes significant especially when one considers that presently, as I
have mentioned, there is a controversy about the Kurdishness of Zaza speakers.
58 Since Evliya gathered his information from local sources in the region,
one can conclude that the Zaza speakers were considered Kurds by Evliya’s
sources. Then a question arises, a question for which we do not have a definitive
answer: how widespread in the seventeenth century was the perception
that the Zazas were Kurds?"

"Moreover, the Zazas, a subgroup that is traditionally considered Kurdish,
have been reexamining their own identity, and, at present, there exists a pronounced
Zaza identity independent from the Kurdish one."

"In the same way, the Zazas (Dimli), at present dispute the claims that
they are of Kurdish origin. A distinct Zaza nationalism became more visible particularly
in the last decade of the twentieth century, and maps of Zazaistan as a
possible nation-state are being drawn at the expense of Kurdistan."

"58. It is not certain whether Evliya’s Zaza are the same group as the people
whom we presently called Zaza. However, Evliya’s statement that these dialects
(lisan) were not mutually understandable is reminiscent of similar arguments made to
separate Zaza from Kurdish today. For the controversy on the Kurdisness of the Zaza
speakers, see White, Dynamics of the Kurdish and Kirmanc-Zaza Problems in Anatolia,
p. 1."
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