Das Volk der Zaza ist eine bedeutende ethnische Gruppe im Osten Anatoliens, deren Sprache in der wissenschaftlichen Literatur in der Regel ebenfalls mit Zaza bezeichnet wird
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Das Verbreitungsgebiet der Zaza ist Zentral-Ostanatolien: vom Van-See nach Westen bis nahe Sivas, in Nord-Südrichtung von Erzincan und Erzurum bis Diyarbakır und Siverek. Es umfasst damit die türkischen Provinzen Dersim (Tunceli), Erzincan, Erzurum (Hınıs), Muş (Varto), Sivas, Bingöl, Elazığ, Diyarbakır, Siverek und Adıyaman.
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In Europa und der Türkei werden die Zaza aus Unkenntnis oder Absicht oft einfach den Kurden zugerechnet, was ethnisch und linguistisch falsch ist. Das Zaza ist eine selbständige Sprache und kein kurdischer Dialekt, aber es gehört - wie die kurdischen Sprachen Kurmandji, Sorani und Südkurdisch - zum Nordwestzweig des Iranischen. Insbesondere ist das Zaza also eine indogermanische Sprache. Der Abstand zwischen Kurmandji und Zaza ist mindestens so groß wie der zwischen Deutsch und Englisch. Früher fühlten sich allerdings manche Zaza in einem politischen Sinne als Kurden - und haben sich teilweise auch als "Kurden" oder "Zaza-Kurden" bezeichnet - , da sie im Gegensatz zu den eigentlichen Kurden keine zentrale politische Führung hatten. Diese Situation veränderte sich seit etwa 1980 grundlegend, und immer mehr Zaza bekennen sich inzwischen in Europa und der Türkei öffentlich zu ihrer kulturellen, ethnischen und linguistischen Identität.
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(1) Zaza ist die Selbstbezeichnung der Zaza in den südlichen Provinzen Bingöl, Henı, Piran, Elazığ und Sarız und in den großen türkischen Städten (Istanbul, Ankara, Izmir, Mersin). Ihre Sprache nennen sie Zazaki. Die Bezeichnung geht auf einen alten Stammesnamen zurück, der bereits um 1330 in der "Ahnentafel des Kures" dokumentiert ist. Auch der türkische Reisende Çelebi verwendete 1650 diese Bezeichnung für die Zaza-Stämme, die er in dieser Region Anatoliens vorfand.
(2) Die Zaza der nördlichen Provinzen Dersim und Erzincan benutzen die Selbstbezeichnung Kırmanc (Kırmandj) und nennen ihre Sprache Kırmancki. Diese Bezeichnung lehnen dagegen die alewitischen Zaza der Provinzen Varto, Xınıs und Zara ab, weil sich die sunnitischen Kurden dieser Region ebenfalls als Kurmanc oder Kırmanc bezeichnen. Die alewitischen Zaza bezeichnen die sunnitischen Kurden ihrerseits als Kuŕ oder Kurmanc und die alewitischen Kurden als Kırdas (ihre Sprache als Kırdaski).
(3) Die Zaza der südlichen Provinzen Siverek, Çermuge und Gerger nennen sich Zaza, Dımıli oder Dımli und werden auch von den dort lebenden Kurden meist so bezeichnet. Der Name Dımli weist auf einen Bezug der Zaza zum Ethnikon Daimeli hin (s.o.).
(4) In den Provinzen Kayseri, Sivas und Malatya wird die Zaza-Sprache von den Kurden als Gini bezeichnet, was auf einen dort ansässigen Zaza-Stamm zurückgeht.
(5) In der Provinz Bingöl nennen sich (nach Blau) einige wenige Stämme der Zaza auch Kırd und sprechen Kırdki, während sie die Kurden als Kurmanc bezeichnen.
(6) Für einen sunnitischen Zaza sind die alewitischen Zaza - wie auch die alewitischen Kurden, Türken und Araber - Qizilbaš ("Rotköpfe").
(7) In der Provinz Dersim tragen die Zaza auch den Spitznamen So-Bê "geh - komm".
Bereits 1650 berichtet der türkische Reisende Çelebi darüber, dass die Sprache der Zaza sich deutlich von den "anderen kurdischen Arten" abhebt und eine wechselseitige Verständigung zwischen dem Zaza und anderen "kurdischen Dialekten" nicht möglich sei. Der russische Linguist P. Lerch rechnet in einem Bericht über die Völker Ostanatoliens von 1856 die Zaza ohne genauere Untersuchung zu den Kurden, eine folgenschwere Fehleinschätzung, die sich lange halten sollte (in nicht-wissenschaftlichen Kreisen mit speziellem politischen Interesse bis heute). F. Müller 1864 betrachtet das Zaza wie das Kurmandji als Dialekte des Neupersischen (!), F. Spiegel 1871 und W. Tomaschek 1887 bemerken dagegen die großen Unterschiede zwischen dem Zaza und Kurmandji.
Von der Bevormundung zur Selbständigkeit
Es wurde bereits erwähnt wie die Zaza-Sprache zu einem politischen Spiel-ball gemacht wurde und auf welche Weise verschiedene nationalistische Kräfte versuchten bzw. immer noch versuchen, sie für sich zu beanspru-chen. In diesem Zusammenhang weist die Entwicklungsgeschichte des Zaza als Schriftsprache auch eine vielseitige sprachpolitische Dimension auf, nämlich einerseits die politisch-gesellschaftlichen Umstände in der Türkei und andererseits das politisch-kulturelle Verhältnis der Zaza zu den Kurden bzw. zu den kurdischen politischen Organisationen.
Dabei ist zu betonen, daß die oben aufgeführten Periodika überwiegend von bestimmten kurdischen politischen Organisationen, an denen sich auch Zaza teilweise beteiligten oder noch beteiligen, herausgegeben wurden oder werden. Innerhalb dieser Gruppierungen stellen die Zaza eine Minderheit dar. Durch die Auffassung der Kurmandj (d. i. die Selbstbezeichnung der Kurden) wird das Zaza zu einem Dialekt des ‘Kurdischen’ degradiert; folg-lich, so wird argumentiert, hätten die Zaza das Kurmandji zu lernen, weil sie eine Minderheit seien.
Dies zeigt ganz deutlich, daß die politische, kulturelle und sprachliche Bevormundung der Zaza-Sprache durch kurdische Nationalisten eindeutig auf ihre Verdrängung und Ersetzung durch das Kurmandji hinausläuft.
Es gibt einige berühmte Zazaki die in der Türkei zu sehr geschätzten Persönlichkeiten gehören. Beispielsweise Mahsun Kirmizigül und Mikail Arslan.
Bei beiden ist auffällig, dass sie stets als kurdische Sänger dargestellt werden. Als ein kurdischer Bekannter eine Mulsik-CD unter anderem mit Mikail Arslan hörte fragte ich ihn aus Neugierde welchen Inhalt das gerade gesungene Lied hätte. Er hat daraufhin mit einem Grinsen geantwortet, dass er selber nicht verstehen würde was er singt.
Der Zaza-Kurdenkonflikt wurde auch PKK-intern ausgetragen. Vor nicht allzulanger Zeit wurde in den türkischen Medien berichtet, dass die PKK Zaza-Mitglieder liquidierte und diese mit kurdischen Terroristen ersetzte.
Laut Schätzungen beläuft sich der Anzahl der türkischen Bürger welche Zaza sprechen auf etwa 4-6 Millionen geschätzt. Geht man davon aus, dass kurdische Nationalisten unter Einbeziehung der Zazaki die Population der "Kurden" auf 12Millionen setzen kann also fast die Hälfte dieser Population den Zazaki zugeordnet werden. Dadurch hätten jedoch die kurdischen Nationalisten ein großes Problem, da für sie die Zahl der Kurden in der Türkei eine essentielle Rolle spielt.
__________________ "Tadele nicht den Fluß, wenn du ins Wasser fällst."
Ein schönes Beispiel, wie die PKK gerne allesmögliche zum Kurden erklärt. Ich bin dafür, dass man den Begriff Kurden abschaffen sollte und dafür die weitaus präzisere Bezeichnung nach der Sprache nutzen sollten. Handelt es sich um Kurmandschisch, dann würde ich von den Kurmandschen reden. Handelt es sich um Soranisch, dann eben von den Soranen. Die Zazas jedoch werden sprachwissenschaftlich definitiv nicht zu den "Kurden" gezählt, das muss man festhalten. Auch ist eine Kommunikation zwischen Kurmandschen und Zazas ausschließlich über eine Drittsprache, wie z.B. dem Türkischen, möglich.
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Ein schönes Beispiel, wie die PKK gerne allesmögliche zum Kurden erklärt. Ich bin dafür, dass man den Begriff Kurden abschaffen sollte und dafür die weitaus präzisere Bezeichnung nach der Sprache nutzen sollten. Handelt es sich um Kurmandschisch, dann würde ich von den Kurmandschen reden. Handelt es sich um Soranisch, dann eben von den Soranen. Die Zazas jedoch werden sprachwissenschaftlich definitiv nicht zu den "Kurden" gezählt, das muss man festhalten. Auch ist eine Kommunikation zwischen Kurmandschen und Zazas ausschließlich über eine Drittsprache, wie z.B. dem Türkischen, möglich.
Dazu eine nette Anekdote: Ein Kurde aus der Türkei und einer aus dem Irak der eine Sprecher des Kurmandschi der andere des Sorani können sich nicht verständigen. (Selber erlebt). Aufgrunddessen ist ein von kurdischen Nationalisten forcierter Staat praktisch nicht realisierbar. Ganz zu schweigen vom Führungsanspruch und dem Knallpotenzial unter der Barzani, Talabani und Karayilan Riege.
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Dazu eine nette Anekdote: Ein Kurde aus der Türkei und einer aus dem Irak der eine Sprecher des Kurmandschi der andere des Sorani können sich nicht verständigen. (Selber erlebt). Aufgrunddessen ist ein von kurdischen Nationalisten forcierter Staat praktisch nicht realisierbar. Ganz zu schweigen vom Führungsanspruch und dem Knallpotenzial unter der Barzani, Talabani und Karayilan Riege.
Soranisch und Kurmandschisch werden zwar zum Kurdischen gezählt, aber auch hier ist keine Kommunikation - wie Du sagst - möglich, außer über eine Drittsprache, in diesem Fall dem Arabischen. Und die Unterschiede zwischen diesen beiden Sprachen sind so groß, dass man wiederrum von zwei Sprachen reden könnte.
Wußtest Du, dass es in Kasachstan eine Gruppe von Zazas gibt? Die leben heute noch dort.
Es wird auch oftmals behauptet, dass Kirmandsch mit Kurdisch gleichzusetzen sei, also: Kirmandsch = Kurdisch.
Das Dorf meiner Mama kann sich mit den Dorfbewohnern ihrer Schwägerin nicht verständigen, obwohl sie nur 30 km voneinander entfert liegen. Beide liegen in der selben Stadt und beide behaupten, Kirdmandsch zu sprechen.
Habe mich letztens mit meiner Nachbarin unterhalten, die aus Kahraman Maraş, also aus dem Osten der Türkei stammt und offensichtlich auch kirmandsch spricht. Ich habe sie gefragt, wie sie Burder, Onkel, Vater usw auf kurdisch nennen. Sie meinte "Geko" hieße Onkel (in meinem Dorf hingegen Bruder - oder andersherum), Abo hieße Bruder (in meinem Dorf hingegen Vater). Sie meinte, sie kenne auch welche aus ihrer Stadt, die Vater, Onkel, Bruder so nennen, wie die aus unserem Dorf. Es gibt also diverse Unterschiede im Kirmandschischen.
Zu Kasachstan. Die Existenz Kurdischstämmigen o Zazas in Kasachstan war mir bekannt. Eine russische alte Kasachin erzählte mir folgende Erinnerung aus ihrer Kindheit in Kasachstan:
"Ich hatte einen kurdischen Liebhaber. Der ist immer mit seinem Pferd in mein Dorf gekommen. Da habe ich mich immer versteckt, weil ich Angst hatte, dass er mich entführt."
Es wird auch oftmals behauptet, dass Kirmandsch mit Kurdisch gleichzusetzen sei, also: Kirmandsch = Kurdisch.
Das Dorf meiner Mama kann sich mit den Dorfbewohnern ihrer Schwägerin nicht verständigen, obwohl sie nur 30 km voneinander entfert liegen. Beide liegen in der selben Stadt und beide behaupten, Kirdmandsch zu sprechen.
Habe mich letztens mit meiner Nachbarin unterhalten, die aus Kahraman Maraş, also aus dem Osten der Türkei stammt und offensichtlich auch kirmandsch spricht. Ich habe sie gefragt, wie sie Burder, Onkel, Vater usw auf kurdisch nennen. Sie meinte "Geko" hieße Onkel (in meinem Dorf hingegen Bruder - oder andersherum), Abo hieße Bruder (in meinem Dorf hingegen Vater). Sie meinte, sie kenne auch welche aus ihrer Stadt, die Vater, Onkel, Bruder so nennen, wie die aus unserem Dorf. Es gibt also diverse Unterschiede im Kirmandschischen.
Ja, Kurmandschisch, was als kurdischer Dialekt bezeichnet wird von Kurdisten, ist selbst eine Welt, es ist ein Topolekt, d.h. es weist Unterschiede je nach der Region auf (Topos). Und in dieser Hinsicht ist Kurmandschisch ähnlich zu sehen, wie das "Chinesische" das eigentlich auch nichts anderes wie eine Bezeichnung für die Topolekte ist. Selbst ein "Tscherkessisch" gibt es nicht, das ist auch eine Topolektsprache. Kurmandschisch steht mit dieser Stellung in der Welt der Sprachen also nicht alleine. Die Topolekte können so Unterschiedlich sein, dass man meinen könnte, es würde sich um unterschiedliche Sprachen handeln.
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Die Zazas jedoch werden sprachwissenschaftlich definitiv nicht zu den "Kurden" gezählt, das muss man festhalten. Auch ist eine Kommunikation zwischen Kurmandschen und Zazas ausschließlich über eine Drittsprache, wie z.B. dem Türkischen, möglich.
Die Iranistik stellt eindeutig fest:
"Zazaki ist eine eigenständige Sprache des nordwestlichen Zweigs der iranischen Sprachen, zu dem unter anderem auch die kurdischen Sprachen Kurmandschi und Sorani gehören. Innerhalb dieses nordwestlichen Zweiges bilden die kurdischen Sprachen – zusammen mit zentraliranischen Dialekten – eine genetische Untergruppe, das Zaza bildet demgegenüber zusammen mit dem Gorani eine selbständige Untereinheit Zaza-Gorani, die möglicherweise engere Beziehungen zum Belutschi aufweist. (Siehe unten die Klassifikation der nordwestiranischen Sprachen.)
Schon Sprachforscher des 19. Jahrhunderts (z. B. Peter Lerch) belegten, dass das Zazaki kein Dialekt des Kurdischen, sondern eine eigenständige Sprache innerhalb der iranischen Sprachfamilie ist. Dies bekräftigten die deutschen Iranisten Oskar Mann und Karl Hadank mit ihren vielfältigen Untersuchungen, aus denen 1932 die erste umfangreiche wissenschaftliche Grammatik des Zazaki unter dem Titel Mundarten der Zaza hervorging. Frühere Ansichten, Zazaki sei eine „kurdische Sprache im weiteren Sinne“ (so z. B. Ferdinand Justi 1880), gelten heute als überholt. (Näheres im Abschnitt zur Forschungsgeschichte.)
Die Zaza-Sprache weist auffällige Gemeinsamkeiten mit der ausgestorbenen mitteliranischen Sprache Parthisch auf, die das südwestiranische Persische und seine Vorgängersprachen nicht teilen. Allerdings kann man nicht nachweisen, dass das Parthische eine unmittelbare Vorgängersprache des Zaza gewesen ist.<
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Kant: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Wenn Zazas, Kurmandschisch und andere Ethnien unterschiedlich sind und mit dem einen als auch mit dem anderen nichts zu tun haben, wieso tut dann die DTP und die PKK Terrororganisation alles in ein Topf werfen ?
Wenn Zazas, Kurmandschisch und andere Ethnien unterschiedlich sind und mit dem einen als auch mit dem anderen nichts zu tun haben, wieso tut dann die DTP und die PKK Terrororganisation alles in ein Topf werfen ?