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Alt 04.03.2010, 13:29   #256 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Adran Beitrag anzeigen
Ich wäre ja auch dafür Inseln zu verkaufen, dann übersiedeln wir die komplette CDU/CSU und FDP dorthin.
Dannach werden sie mal kurz einen Hedgefond zum Frass vorgeworfen..
Vieleicht kommt es ja dann zu einem Lerneffekt, und Mentalitätswandel bei den Typen..
eine unverschaemtheit deutscher politiker so etwas zu fordern, die sollen sich mal nicht zu weit rauslehnen und sich an die eigene nase fassen, was ist mit unseren 2 billionen schulden?verkaufen wird die friesischen inseln und hellgoland an den hoechstbietenden...oh man , man man,manche sind wohl scharf drauf das image der deutschen noch weiter zu schaedigen -im ausland . ich koennte kotzen.......kotzen ...kotzen
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Alt 04.03.2010, 13:41   #257 (permalink)
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Man sollte nicht jeden Schwachfug auf die Goldwaage legen.

Seit gestern bin ich etwas zuversichtlicher, was Hellas angeht. Anscheinend haben die meisten Bürger verstanden, dass sich was ändern muss.

Mal sehen, ob die Sparmaßnahmen auch wirklich greifen.
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Mike Hammer ist offline Mit Zitat antworten
Alt 04.03.2010, 14:12   #258 (permalink)
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Griechenland erkauft neues Vertrauen : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv

der letzte Absatz ist wichtig:

Zitat:
Das Problem Griechenlands ist schlicht: An den Finanzmärkten wird auf eine Pleite spekuliert, das treibt die Zinsen in die Höhe, Kreditlinien werden gekappt - und erst dadurch rückt ein Zahlungsausfall näher. Mit seinem rigiden Sparprogramm hat Athen sich wieder ein bisschen Vertrauen der Märkte gekauft. Man kann nur hoffen, dass die Anleger nicht bald schon wieder einen höheren Preis für ihr Vertrauen fordern.
was spiegel und co schreiben ist kommentarunwürdig, populismus in seinem Besten.

in dem Artikel von der taz was gepostet wurde, steht es vernüftig


vor ein paar Monaten haben Deutsche Politiker gesagt, dass die griechische Wirtschaft die gleiche Bedeutung für die Eurozone hat, wie die von Saarland für die deutsche. Aber auf einmal eine griechische Pleite (die nicht möglich ist) droht den Euro!!!

Belgien, Holland und andere Länder haben grösseres Defizit und Staatsverschuldung, können sich aber weiterhin günstig Geld leihen und dieser europäischer Aktionismus, dass GR sinnlose Maßnahmen trifft macht mich nachdenklich
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hepsi bir
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Alt 04.03.2010, 14:13   #259 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Mike Hammer Beitrag anzeigen
Man sollte nicht jeden Schwachfug auf die Goldwaage legen.

Seit gestern bin ich etwas zuversichtlicher, was Hellas angeht. Anscheinend haben die meisten Bürger verstanden, dass sich was ändern muss.

Mal sehen, ob die Sparmaßnahmen auch wirklich greifen.
die können nicht greifen, weil sie das Problem nicht bekämpfen.

Aspirin bekämpft nicht den Kopfschmerz, nur die Folgen
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Stillicho (04.03.2010), theinsider (04.03.2010)
Alt 04.03.2010, 14:50   #260 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Sotiria Beitrag anzeigen
Aber auf einmal eine griechische Pleite (die nicht möglich ist) droht den Euro!!!
was bekräftigt dich bei dieser annahme?

die in panik gestrickten steuererhöhungen?

da wird unter missachtung grundlegender vwl-regeln ein paket geschnürt und denkt allen ernstes man habe eine garantie auf steuermehreinnahmen. es ist nun mal so, dass bei überdehnten steuererhöhungen und gleichzeitiger kürzung von gehältern durchaus noch weniger geld in die staatskasse fliessen kann. das ist auch der grund warum die zocker weiterhin ihre wetten auf griechenlands pleite platzieren.
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Fırtına (04.03.2010), Stillicho (04.03.2010)
Alt 04.03.2010, 15:02   #261 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Sotiria Beitrag anzeigen
die können nicht greifen, weil sie das Problem nicht bekämpfen. Aspirin bekämpft nicht den Kopfschmerz, nur die Folgen

Sotiria, man kann nur mit dem arbeiten was man hat. Hellas wird von den Finanzmärkten wie die Sau durchs Dorf getrieben... Aber daran ist man selber schuld.
Es nützt nichts, das griechische Volk kann man nicht innerhalb von 2 Monaten neu erfinden und die Mentalität läßt sich auch nicht über Nacht ändern.

M.E. rechnetauch keiner wirklich mit einer griechischen Staatspleite, nur läßt sich mit Übertreibung schön Geld verdienen. Das siehst du daran, dass die letzte Staatsanleihe überzeichnet war. Glaubst du wirklich jemand würde griech. Anleihen kaufen, wenn man nicht an eine Rückzahlung glauben würde ?
Dennoch, an dieser Choose sind die Griechen (verallgemeinernd gesprochen) selber schuld, ganz einfach.

Um wieder Ruhe reinzubekommen geht es nicht ohne klare Signale und echte Sparpakete, die weh tun. Denn, den Investoren ist es scheißegal, woher das Geld kommt, hauptsache die bekommen ihr Geld zurück.

Moral von der Geschicht, nach den guten Jahren kommen jetzt ein paar schlechte Jahre. Überstehen werden wir das trotzdem und danach werden wir hoffentlich schlauer sein.
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"Ne istersiz vre zindik?!?"

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Alt 04.03.2010, 15:16   #262 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Mike Hammer Beitrag anzeigen
M.E. rechnetauch keiner wirklich mit einer griechischen Staatspleite, nur läßt sich mit Übertreibung schön Geld verdienen. Das siehst du daran, dass die letzte Staatsanleihe überzeichnet war. Glaubst du wirklich jemand würde griech. Anleihen kaufen, wenn man nicht an eine Rückzahlung glauben würde ?
Deutsche und andere europäische Banken refinanzieren sich bei der Zentralbank für einen Zinssatz von 1% und verleihen das frisch in die Wirtschaft gepumpte Geld an Griechenland für 6%. Ein leichteres und risikoloseres Bankgeschäft gibt es gar nicht, wenn man sich darauf verlassen kann, daß Griechenland am Ende vom europäischen Steuerzahler herausgehauen wird. So läuft das und deshalb das Geschrei der Banken, wenn Überlegungen publik werden, man könnte Griechenland auch in Stich lassen, um ein Exempel zu statuieren. Denn das könnte ihren Gewinn schmälern, wenn sie schon nicht bankrott gehen können.

Zitat:
Dennoch, an dieser Choose sind die Griechen (verallgemeinernd gesprochen) selber schuld, ganz einfach.
Sie haben einfach über ihre Verhältnisse gelebt, ganz egal wie der einzelne Grieche das einschätzt, wenn er seinen Lebensstandard mit dem mitteleuropäischen vergleicht.
Wir sind noch nicht soweit wie die Griechen schon jetzt, aber auf dem Weg dahin. Insofern hat Westerwelle natürlich recht.

Zitat:
Um wieder Ruhe reinzubekommen geht es nicht ohne klare Signale und echte Sparpakete, die weh tun. Denn, den Investoren ist es scheißegal, woher das Geld kommt, hauptsache die bekommen ihr Geld zurück.
Moral von der Geschicht, nach den guten Jahren kommen jetzt ein paar schlechte Jahre. Überstehen werden wir das trotzdem und danach werden wir hoffentlich schlauer sein.
Prinzip Hoffnung, nicht wahr?
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Alt 04.03.2010, 15:40   #263 (permalink)
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Zitat:
Sie haben einfach über ihre Verhältnisse gelebt, ganz egal wie der einzelne Grieche das einschätzt, wenn er seinen Lebensstandard mit dem mitteleuropäischen vergleicht.
Wir sind noch nicht soweit wie die Griechen schon jetzt, aber auf dem Weg dahin. Insofern hat Westerwelle natürlich recht.
Natürlich hat Westerwelle recht.

Zitat:
Prinzip Hoffnung, nicht wahr?
Na ja, mehr als hoffen kann man derzeit nicht. Ob die Austeritätsmaßnahmen greifen bleibt abzuwarten. Bin zuversichtlich.
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Alt 04.03.2010, 19:41   #264 (permalink)
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Standard Schulden stoppen

Zitat:
Zitat von BudSpencer Beitrag anzeigen
Was ist denn der Grund für Staatsschulden, wenn man die Nebelkerze von wegen "über seine Verhältnisse leben" mal wegläßt ?
Über seine Verhältnisse leben ist keine Nebelkerze, es ist einfach die komprimierte Wahrheit, wenn man ständig mehr ausgibt, als man einnimmt und deswegen die Schulden ständig steigen.

Zitat:
Zitat von BudSpencer
1. Es ist eigentlich schon immer eine Binsenweisheit, dass man eine darniederliegende Wirtschaft beleben kann, indem man Geld hineinpumpt. Wirtschaftlich starke Bundesländer haben das zum Beispiel sehr viel weniger nötig als Schwache.
Der Witz ist nun aber, dass das Bundesland, dass sich in Punkte BIP am stärksten nach oben gearbeitet hat, die niedrigsten Schulden hat.
Ganz besonders wichtig zu beachten, ist, dass "Geld hineinpumpen" zwar zu einer Belebung führt, diese verflüchltigt sich aber, sobald das Pumpen eingestellt wird. Man sollte schon gar nicht in Benennung seiner Strategie diesen Fehler machen. Es kommt darauf an, das Geld so zu investieren, dass es betriebswirtschaftlich seine Kosten wieder einspielt, sonst nützt das Pumpen nichts.

Zitat:
Zitat von BudSpencer
2. Niedrige Steuern. Man hat uns seit den 80'ern erzählt, dass der Staat umso mehr einnimmt, je weniger Steuern er erhebt (hat Griechenland seit langem getan), weil die Unternehmen und Privatiers mit dem gesparten Steuergeld nichts besseres anzufangen wüßten, als es zu investieren, wodurch dem Staat wieder mehr Geld zufließt und hat das auch noch mathematisch untermauert. Reagan hat es ja begeistert aufgegriffen und einen Schuldenberg hinterlassen. Dass das hochgradiger Schwachsinn war und mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat, ist unseren Regierungen nie aufgefallen. Dafür zahlt der Staat jetzt Zinsen an die, die von den Steuersenkungen provitiert haben.
Das ist in D kein Grund für die hohe Staatsverschuldung, wenn Sie sich die Staatsverschuldungskurve in 60 Jahren Bundesrepublik ansehen, gab es drei große Schübe beim Bund (in % vom BIP)
1974-1983 von 7,5 auf 19,7
1991-1996 von 22 auf 37
und aktuell, die genauen Daten sind noch nicht bekannt, stand 2008 ca. 40
Eigentlich ist es unschwer zu erkennen, welche Ursachen gute 27 von 40 Punkten haben, die in 14 von 60 Jahren angefallen sind.

Zitat:
Zitat von BudSpencer
3. Bankenrettung, weil man uns erzählt hat dass private Banken systemrelevant sind. Ich bin mal nicht so und nehme das einfach mal so hin, nehme an es ist wahr. Die Schulden für die Bankenrettung waren also nötig.
Für die Bankenrettung müssen Reserven vorgehalten werden, die große Koalition hätte in den guten Jahren vor der Krise sparen müssen, außerdem hätte die seinerzeitige SPD/Grüne-Regierung ihre Pflicht tun müssen und die angelsächsische Zockerphilosophie in der Finanzwirtschaft einbremsen. Wozu braucht man sonst Sozis? Aber hier stimmt überhaupt nichts mehr, die jetzige bürgerliche Regierung macht ja auch nicht, was ihre Pflicht wäre, nämlich z.B. die Rentengarantie sofort kalt absägen.
Im Übrigen sollte bei Finanzblasen genauso eingegriffen werden wie bei Inflation, also Zinsen rauf, lieber 2 Jahre Party weniger als X Jahre Kater.

Zitat:
Zitat von BudSpencer
Das sind alles Gründe, denen der Staat kaum ausweichen konnte, weil er wollte ja alles richtig machen und die hochgeachteten Experten und Wirtschaftswaisen haben ihn ja in diese Richtung dirigiert.
Unausweichlich und einmalig war nur die Wiedervereinigung.

Und in Griechenland ist ohne Not mitten im Aufschwung die Staatsverschuldung über jedes vernünftige Maß hinaus erhöht worden, so dass keine Reserven für schlechte Zeiten vorhanden waren.

Gruß
PU
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Mike Hammer (05.03.2010), Stillicho (05.03.2010)
Alt 05.03.2010, 11:40   #265 (permalink)
underdog
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Standard die lage eskaliert :

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das ist auch wenig verwunderlich;
griechenland hat auch schon im letzten jahr linksextrimistische ausschreitungen erlebt.
das wirkt auf mich sehr beunruhigend

wohin steuert griechenland in der krise ?


weitere links :
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" ... alles andere ist erst einmal primär." rolf miller
bakunicus ist offline Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2010, 13:14   #266 (permalink)
underdog
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auch sehr interessant ..
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" ... die in deutschland herrschende soziale kälte reicht nicht aus um die klimaerwärmung aufzuheben." olaf schubert

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bakunicus ist offline Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2010, 15:21   #267 (permalink)
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daraus:

"Die größte Gefahr liegt zweifelsfrei darin, dass sich die einzelnen Wirtschaftsräume zu weit auseinanderentwickeln. Wenn in einzelnen Ländern die Löhne deutlich stärker steigen als in anderen, dann schwindet die Wettbewerbsfähigkeit der Hochlohnregionen auf den internationalen Märkten. Sie können nun ja nicht mehr wie früher, als sie über eine eigene Währung verfügten, durch Abwertung ihre Exporte ankurbeln und geraten zunehmend in wirtschaftliche Nöte, wenn sie sich nicht anpassen.
"Wir müssen aufpassen, dass die Divergenzen nicht immer breiter werden", warnt zu Recht der Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Euro-Finanzgruppe."

sowie

"Das grandiose Projekt der gemeinsamen europäischen Währung wird diese Prüfung dennoch bestehen. Der Euro, nach dem Dollar die zweitwichtigste Währung der Welt, wird wegen Griechenland oder Italien oder Spanien nicht zur Weichwährung, weil es eben den viel beklagten Automatismus "Staatsschulden = Inflation" nicht gibt. Da mögen sich Hedgefonds-Manager noch so häufig zu irgendwelchen Verabredungen treffen.
Voraussetzung ist die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank. Und dass sie frei ist von Regierungsinterventionen, weit mehr als die amerikanische Federal Reserve, daran bestehen nicht die geringsten Zweifel. Da schützt sie nicht zuletzt der Umstand, dass sie, paradoxerweise, eine Währung vieler Nationen ist, nicht eines einzelnen Staats: Jeder Regierende, der diese Unabhängigkeit angreift, würde auf den energischen Widerstand von anderen Mitgliedern des Verbunds stoßen."
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Alt 11.03.2010, 00:44   #268 (permalink)
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Standard anleitung wie man einen staat ausblutet und dan fallen lässt

Ja, es ist wirklich ein kapitalistisches Komplott - Für Europas ärmste Länder sah es lange so aus, als wäre die Mitgliedschaft bei der Europäischen Union eine Garantie für anhaltende Prosperität. Die derzeitige finanzielle Krise Griechenlands sollte einige dieser Illusionen beseitigen. Es gibt zwei auffallend bezeichnende Ebenen der derzeitigen Krise. Während in erster Linie eine Wirtschaftsgemeinschaft, behauptet die EU auch eine Gemeinschaft auf der Grundlage von Solidarität zu sein – eine Familie von Nationen und Völkern. Jedenfalls fällt das wirtschaftliche Defizit gegenüber dem menschlichen Defizit, das sie aufweist, kaum ins Gewicht.
Einfach gesagt, zeigt die griechische Krise, was passiert, wenn sich ein schwaches Mitglied dieser Union in Schwierigkeiten befindet. Es ist das Gleiche, was andernorts auf der Welt geschieht, wo es keine derart moralisch anmaßende Union gibt, die sich ständig selbst ihrer Verbundenheit mit den Menschenrechten rühmt. Die wirtschaftlich Starken schützen ihre eigenen Interessen auf Kosten der wirtschaftlich Schwachen.
(...)

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Geändert von Fırtına (14.03.2010 um 00:15 Uhr) Grund: Bitte keine Vollzitate und bitte ordentliche links setzen.
rapunzel ist offline Mit Zitat antworten
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3mal Nix (13.03.2010)
Alt 13.03.2010, 10:48   #269 (permalink)
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Standard Lasst sie bluten - aber richtig

Zitat:
Zitat von rapunzel Beitrag anzeigen
Einfach gesagt, zeigt die griechische Krise, was passiert, wenn sich ein schwaches Mitglied dieser Union in Schwierigkeiten befindet. Es ist das Gleiche, was andernorts auf der Welt geschieht, wo es keine derart moralisch anmaßende Union gibt, die sich ständig selbst ihrer Verbundenheit mit den Menschenrechten rühmt. Die wirtschaftlich Starken schützen ihre eigenen Interessen auf Kosten der wirtschaftlich Schwachen
Die "schwachen" Griechen haben betrogen, um in die Währungsunion zu kommen, sie haben danach eine massive Senkung der Zinsen erhalten, im Vertrauen darauf, dass sie eine solide Haushaltspolitik betreiben. Sie haben die niedrigen Zinsen eingeschoben und das Vertrauen gebrochen. Sie haben das eingesparte Geld für Konsum verpulvert und weil die Zinsen so schön niedrig waren noch mehr Geld hinterhergeworfen. Sie haben weiterhin betrogen um ihr Gebaren zu verdecken. Sie erhalten über 2% ihres BIP von der Solidargemeinschaft, die Zinskosten Griechenlands haben sich zwischen 1996 und 2008 um 6 Prozentpunkte des BIP verringert, nicht zuletzt durch den Euro.

Eine sehr einseitige Angelegenheit zwischen dem schwachen Griechenland und den starken Ländern, die nur ihre Interessen durchsetzen.


Zitat:
Zitat von rapunzel
Das EU-Abkommen limitierte das vertretbare Budgetdefizit mit 3% und die Staatsverschuldung mit 60% des BNP. In Wirklichkeit werden diese Limits weit überschritten, ganz offen von Frankreich. Aber zum größeren Skandal kam es, als bekannt wurde, dass Griechenlands Budgetdefizit im Jahr 2009 12,7% erreichte und die Schuldenvorhersage für 2010 sich auf 125% des BNP belief.
Wenn zum Beispiel Griechenland heuer neue Staatsanleihen herausgeben muss, können die Märkte ungeniert verlangen, dass Griechenland die Zinssätze verdoppelt aufgrund des höheren „Risikos“, dass es nicht bezahlen wird, wodurch sie es Griechenland viel schwerer machen, zu bezahlen.
Erstaunlich, das Vertrauen schwindet dahin, nur weil man jahrelang betrogen hat und die Schulden unkontollierbar steigen.

Zitat:
Zitat von rapunzel
Das ist die Logik des freien Marktes.
So ist es und das ist richtig so.

Zitat:
Zitat von rapunzel
Was die Führer der EU bei ihrer Anrufung der Götter unter „Solidarität” verstanden, war nicht, dass sie Steuergelder nach Griechenland fließen lassen würden, wie sie es mit ihren problembelasteten Banken gemacht hatten, sondern dass sie die Absicht hatten, das den Banken geschuldete Geld aus den Menschen Griechenlands herauszupressen.
Was man auch bei den Banken hätte tun sollen, die Profiteure der Prasserei sollen zahlen - recht so!

Zitat:
Zitat von rapunzel
... dem griechischen Staat wird vorgeschrieben, seine öffentlichen Ausgaben zu kürzen, das bedeutet öffentliche Bedienstete zu entlassen, ihre Einkommen zu senken, das Pensionsalter hinaufzusetzen, bei den Gesundheitsausgaben zu sparen, Steuern zu erhöhen, und so nebenbei vielleicht die Arbeitslosenquote von 9,6% auf rund 16% zu erhöhen, und das alles mit dem glorreichen Ziel, das Defizit in diesem Jahr auf 8,7% herunter zu bekommen, um auf diese Weise die unsichtbaren Götter des Marktes zu besänftigen.
Darüber hätte man mal nachdenken sollen, bevor man Schulden machte, die man nicht bezahlen kann.

Schon Adam Smith hat das Bild unsichtbare (Götter-)Hand des Marktes gebraucht, "seine" Hand war freundlich und gebend, aber tatsächlich nur, wenn man die Gesetze des Marktes beachtet. Tut man das nicht, gibt es eben die niemals nachlassende stählerne Würgekralle für Schuldenmacher und Freunde der Staatswirtschaft und die zermalmende Eisenfaust für Spekulanten, wenn man sich dumm anstellt, kann man sich von der Kralle fixieren lassen, während die Faust niedergeht.

Es ist Frechheit oder Dummheit, mit der Verschuldung einfach weitermachen zu wollen, oder sich das Geld von außen zuschießen zu lassen.

Gruß
PU
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Stillicho (13.03.2010)
Alt 13.03.2010, 16:36   #270 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Stillicho Beitrag anzeigen
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daraus:
"Die größte Gefahr liegt zweifelsfrei darin, dass sich die einzelnen Wirtschaftsräume zu weit auseinanderentwickeln. Wenn in einzelnen Ländern die Löhne deutlich stärker steigen als in anderen, dann schwindet die Wettbewerbsfähigkeit der Hochlohnregionen auf den internationalen Märkten. Sie können nun ja nicht mehr wie früher, als sie über eine eigene Währung verfügten, durch Abwertung ihre Exporte ankurbeln und geraten zunehmend in wirtschaftliche Nöte, wenn sie sich nicht anpassen.
"Wir müssen aufpassen, dass die Divergenzen nicht immer breiter werden", warnt zu Recht der Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Euro-Finanzgruppe."
Inzwischen schließe ich mich der Meinung von Prof. Dr. Hans-Werner Sinn und Prof. Dr. Joachim Starbatty an. Es muß entweder
1. eine innere Abwertung, dh. eine drastische Kappung aller Löhne und Gehälter erfolgen mit dem Ergebnis der Kosten- und Preisreduzierung für alle in Griechenland erzeugten Güter.
oder
2. ein Austritt aus dem Euroverbund.
Die wiedereingeführte Drachme würde wie ein Stein nach unten fallen. Das Land würde wieder wettbewerbsfähig und angeregt, wieder mehr selbst zu erzeugen, weil die Importe unbezahlbar würden.
Damit müßte man Teilstaatsbankrott verbinden, dh. die Schulden nur noch in dem Prozentsatz bedienen, auf den die Drachme fallen würde.

Eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Aber anders geht es nicht, wenn man sich in eine solche Lage manövriert.
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